Willkommen auf unserer Seite!

Hier findet ihr zukünftig Informationen rund um unsere Arbeit im Senat der JLU Gießen. Wir, die Senatsliste "Für Solidarität und freie Bildung", setzen uns bewusst für eine transparente Hochschulpolitik ein. Daher möchten wir diese Plattform nutzen, um euch nicht nur auf dem Laufenden zu halten, sondern euch auch die Möglichkeit zu bieten, mit uns Kontakt aufzunehmen. Für Anregungen, Wünsche und Fragen zur Senatsarbeit oder bei Problemen und Schwierigkeiten in verschiedenen Bereichen eures Studiums stehen wir gerne zur Verfügung.

solidaritaetundfreiebildung@gmx.de

Donnerstag, 9. Januar 2014

Wahlstatement zu den Wahlen 2014

Die Senatsliste „Für Solidarität und freie Bildung!“ setzt sich aus Studierenden verschiedener Fachbereiche zusammen. Im Gegensatz zu manch anderen studentischen Listen sind wir nicht parteigebunden. Wir sind, neben unserem Engagement in der universitären, auch in der studentischen Selbstverwaltung aktiv. Seit 2011 sind wir nun durchgängig mit unserer Liste im Senat und den dazugehörigen Kommissionen, wie der Senatskommission Studiengänge (Hier geht es um die Inhalte und Prüfungsordnungen eures Studiums!) und der QSL-Z Kommission (Hier werden die Geldmittel aus einem Ersatzfond für die weggefallenen Studiengebühren verteilt - die Anträge könnt auch ihr stellen, wenn ihr gute Ideen habt!) vertreten. Verantwortungsvolle Gremienarbeit bedeutet für uns eine gute inhaltliche Vorbereitung der entsprechenden Sitzungen, eine kontinuierliche Teilnahme und aktive Mitarbeit, sowie eine transparente Offenlegung der dort behandelten Themen und Ergebnisse - wir wollen euch in Zukunft noch besser auf dem laufenden halten.
Uns ist bewusst, dass Studierende, aufgrund der Stimmenverteilung im Senat, alleine keine Entscheidungen treffen können. Deshalb arbeiten wir auch mit anderen Statusgruppen solidarisch zusammen und berücksichtigen bei Entscheidungen auch die Meinung anderer Mitglieder der studentischen und universitären Selbstverwaltung.

UNSERE FORDERUNGEN:

1. Finanzierbares Studium für Alle!
  • Unserer Auffassung nach muss es für jeden Menschen, unabhängig seiner finanziellen Mittel und den Voraussetzungen, die er aus seinem Elternhaus mitbringt, jederzeit möglich sein, einen freien Zugang zu Bildung oder Weiterbildung zu erhalten.
  • In Zeiten von G8/G9 (doppelte Abiturjahrgänge) ist es wichtig, dass das Land Hessen seinen Hochschulen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um das Mehr an Studierenden bewältigen zu können.
  • Den hessischen Hochschulpakt, den das Präsidium der JLU unter Druck der Landesregierung mitgetragen hat, und der de facto eine Mittelkürzung darstellt, lehnen wir entschieden ab. Die ohnehin untragbaren Zustände an der JLU, insbesondere in Massenveranstaltungen, werden durch den Hochschulpakt noch verschärft.

2. Ausreichende Finanzierung der Zweigbibliotheken- Keine temporären Geldmittel für die grundlegensten Elemente des Studiums!

  • Seit dem 1.10.2013 können viele Zweigbibliotheken nicht mehr ausreichend durch Mittel aus den QSL-Töpfen versorgt werden. Für zwei haben die Fachbereiche übernommen, das aber auch nicht für immer, die Zweigbibliothek Phil II bleibt bis heute am Sonntag geschlossen. Die "erweiterten Öffnungszeiten" für alle Zweigbibliotheken müssen auf eine solide finanzielle Grundlage gestellt werden. Es kann nicht sein, dass hierfür temporäre Geldmittel herangezogen werden - gerade in Zeiten der höchsten Studierendenzahlen in Gießen.

3. Für selbstbestimmtes Lernen und Leben an der Uni!
  • Wir lehnen eine Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen ab. Diese entmündigt nicht nur Studierende, sondern missachtet auch, dass sie verschiedene Lernstrategien verfolgen.
  • Im vergangenen Jahr hat sich der Senat für die Abschaffung einer Zugangsnote für Masterstudiengänge ausgesprochen. Wir setzen uns auch weiterhin dafür ein, dass dies dabei bleibt.
4. Zivilklausel jetzt! Rüstungsforschung und Kooperation mit Militär und Spionage unmöglich machen!
  • Wir setzen uns weiterhin für die Einführung einer Zivilklausel, also einer universitären Selbstverpflichtung zur Ausschließlich friedlicher und ziviler Forschung (Zivilklausel) an der JLU ein. Verbunden mit einer solchen Forderung verlangen wir die Offenlegung sämtlicher drittmittelfinanzierter Forschung und Lehre (Stiftungsprofessuren, wissenschaftliches Personal) beziehungsweise die zentrale Erfassung und Einsicht in Auftraggeber_innen, Inhalte und zu Verfügung gestellter Geldmittel. Geheimhaltung, Intransparenz und Mitbestimmung von Inhalten und Veröffentlichungen durch die Auftraggeber_innen widersprechen sowohl grundlegenden Ansprüchen der Wissenschaftlichkeit als auch der Grundgesetzlich verbrieften Recht auf Freiheit von Forschung und Lehre. Auch wird dadurch ein bedeutender Teil der Universität demokratischer Einsicht und Kontrolle entzogen. Insgesamt wollen wir die Praxis der immer weiter fortschreitenden Finanzierung von Studium, Lehre und Forschung durch Drittmittel in Frage stellen.


5. Für den Erhalt von Studiengängen - Studienangebote nur nach Kassenlage lehnen wir ab!
    Wir lehnen die Streichung von Studiengängen aufgrund der prekären Haushaltslage der Fachbereiche ab. Es sollte nicht sein, dass Studierende die Auswirkungen einer schlechten universitäre Planung tragen müssen.
6. Für ein frei zugängliches Studium - Offenlegung der Gründe für die "Verwaltungsgebühr"!
  • Zwar gibt es in Hessen keine allgemeinen Studiengebühren mehr, jedoch werden für eine geringe Anzahl international angelegter Masterstudiengänge derartige Gebühren von der Universität Gießen in erheblichen Ausmaß erhoben. Z.b. werden für den Masterabschluss in Global Change Ecosystem Science and Policy Studiengebühren in Höhe von 6.920 € für Studierende aus der EU, 14.260 € für Internationale Studierende für das ganze Studium erhoben. Dies halten wir für einen unsäglichen Zustand.
  • Weiterhin sehen wir die Erhebung sogenannter Verwaltungsgebühren, wie sie von der Universität ohne jegliche Angabe über ihre Verwendung zu jedem Semester verlangt werden kritisch. Wir fordern daher einen transparenten Umgang mit der Verwendung dieser Verwaltungsgebühren!
7. Für eine Uni ohne Werbewahnsinn! Werbeverträge offenlegen!
  • Werbung und Anwerbung sind alltäglich geworden an unserer Universität. Großflächige Plakate an exklusiven Stellen locken mit studierendenspezifischen Angeboten, Aufsteller und regelrechte Werbealtäre prangen vor den Hörsälen.
  • Die Bibliothek scheint gezwungen zu sein, auf die Rückseite der Ausleihscheine Werbung für Krankenkassen zu drucken.
  • In universitären Vorbereitungsseminaren für Arbeitsmarkt und Bewerbung dozieren Vertreter_innen großer Konzerne und laden gleich mal ein bei ihnen ein Praktikum zu absolvieren, sogenannte Headhunter bauen überall ihre informellen Karrierenetzwerke aus.
  • Wir möchten durch Anfragen die Einnahmen durch und Vergabepraxis bei Werbetafeln und die offensichtliche Kooperation mit privaten Unternehmen bei der Lehre vor allem im Rahmen des ZfbK durchsichtig machen.
8. Kooperation vor Wettbewerb! Keine Teilnahme am CHE-Hochschulranking!
  • Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass die Universität bzw. einzelne Fachbereiche sich der Teilnahme am CHE verweigern. Aus der Diskussion heraus hat sich der Senat einen Kriterienkatalog für die Teilnahme an Rankings erarbeitet. Dieser fasst die wichtigen Kernkritikpunkte zusammen, unter denen eine Teilnahme einzelner Studiengänge akzeptabel ist. Dies begrüßen wir sehr. Einzig den Passus, dass das Präsidium nach Gutdünken jederzeit einzelne Kriterienpunkte außer Kraft setzen kann, um an Rankings teilnehmen zu können und die fehlende Verpflichtung zeitnah darüber zu informieren sehen wir als unzureichend an und fordern auch hier vom Präsidium mehr Offenheit und Transparenz.


9. Kein Hau-Ruck-Prinzip bei der Berufungskommission!
  • Immer öfter werden im Senat Listen von Berufungskommissionen durch gestimmt, die in den Fachbereichen im Schnellverfahren zusammengestellt wurden. Mitunter werden sogar „Listen“ eingereicht, auf denen nur eine Person zur Berufung auf eine Professur vorgeschlagen ist. Dies führt dazu, dass es keinen Wettbewerb zwischen verschiedenen Bewerber_innen gibt. Zudem ist es meist fraglich, ob bei diesem Tempo ein Mindestmaß an Mitbestimmung gewährleistet ist. Wir stehen diesem „Hau-Ruck-Prinzip“ ablehnend gegenüber.
10. Weniger Gemauschel, mehr Entscheidungen und Diskussionen im Senat!
  • Das „Präsidium der offenen Türen“, wie es sehr oft propagiert wird, lehnen wir ab. Dies führte nicht zu mehr Demokratie, sondern lediglich dazu, dass wichtige Gespräche nicht in den demokratisch legitimierten Gremien, sondern im Hinterzimmer geführt wurden. Das Präsidium konnte so die unterschiedlichen Akteure gegeneinander ausspielen.Wir fordern, dass Diskussionen wieder im Senat geführt werden.
Für Fragen und Anregungen meldet Euch bitte unter:
SolidaritaetundfreieBildung@gmx.de